Wie Lesen zu meinem Hobby wurde

Hallo ihr Alle!

Eine weitere Woche ist vergangen und wieder kein Behind-the-Screens von mir. Das läuft ja richtig gut ... nicht. Mein Leben ist gerade sehr vollgepackt mit Uni und Motivation-suchen, weswegen ich es einfach nicht schaffe diesen Post abzutippen. Das macht mich selber ganz wuschig. Tut mir Leid. Ich möchte aber trotzdem regelmäßig etwas posten. Deswegen habe ich entschieden euch mal etwas über mich und meine Lesegeschichte zu erzählen. Das hat auch damit zu tun, dass ich Laras Bücherliebe gestalked habe - zumindest ein wenig - und sie einen ganz ähnlichen Post dazu verfasst hat. Da dachte ich mir: Warum denn nicht? 

Im Gegensatz zu vielen anderen Lesern (zumindest was man/frau so hört), war Lesen zu Anfang nicht die ideale Beschäftigung für mich. Ich habe mich als Kind geweigert lesen zu lernen, das ging sogar so weit, dass ich mit Absicht Fehler gemacht habe. Ich wollte einfach meine Ruhe haben und weiter spielen dürfen. Ich liebte zwar fantastische Welten und Figuren, die ich mir ausgedacht habe oder auch einfach Geschichten weiterspinnen, aber am liebsten hätte ich diese auf dem Silbertablett serviert gehabt. Fernsehen war dabei eine große Hilfe. Leider fanden das meine Eltern nicht. Ich bin dann also mit dem Sandmännchen und abendlichen Vorleseaktionen groß geworden. Ich habe vieeeele Märchen vorgelesen bekommen. 

Irgendwann lernte ich dann doch lesen, aber es fiel mir schwer und ich hatte keinen Spaß daran. Das ging glaube ich bis Ende der zweiten Klasse so. Dann habe ich eines Abends meinen Eltern beim Film schauen Gesellschaft leisten wollen. Es lief der erste Harry Potter im Fernsehen und der sah echt spannend aus! Aber meine Eltern meinten: Erst das Buch lesen, dann Film gucken. Und da hatte ich dann meine Motivation. Ich wollte ja diesen Film gucken! (Das mache ich übrigens bis heute noch so.) Ich habe dann auch sofort den ersten Band aus dem Regal gezogen und die erste Seite gelesen. Verstanden habe ich nix. Als ich unten auf der Seite ankam, wusste ich nicht mehr was zuvor passiert war. Ich hatte die Wörter zwar verstanden, aber in keinen Zusammenhang setzen können. Schon praktisch, oder?  
Ich glaube, es dauerte dann ein paar Monate ehe ich es nochmal versucht habe. Aber dann ging es! Ich habe das Buch durchgesuchtet, dass ging soweit, dass ich Abends meinen Papa gefragt habe ob der Wald hinter unserem Haus der Verbotene Wald ist. Ich hatte mega Angst, dass es da jemanden geben könnte der Einhörner ermordet. Mein Papa fand das glaube ich, nicht ganz so dramatisch. 

Und irgendwie war damit der Groschen gefallen. Lesen war cool, bzw. die Bücher, die man lesen konnte waren cool. Ich habe Harry Potter glaube ich, in ungefähr 2 Jahren weggelesen, das war für mich damals eine große Sache, weil ich natürlich noch nicht schnell lesen konnte. Ich habe Bücher mehrmals gelesen, habe sie alle in meinem Bett gehortet, um mich daran zu erinnern, dass Harry gar nicht sterben konnte in Band 4, weil es ja Band 5 und 6 gegeben hat. Einmal habe ich sogar versucht, das Lied des Sprechenden Hutes aus Band 5 auswendig zu lernen. Ich war ein richtiges, kleines Fangirl. Sogar zur Mitternachtsparty zu Ehren des letzten Buches durfte ich damals mitgehen und habe einen Test über Harry Potter ausgefüllt und was gewonnen. 

Und wenn ich gerade nicht Harry Potter lesen konnte, weil der Rest meiner Familie die Bücher gelesen hat, habe ich anderes gelesen. Dazu gehörten normale Pferdegeschichten, aber auch Eragon und die Reihe von Marion Zimmer Bradley. Dass diese Bücher nicht gerade angemessen für mich waren, war mir ziemlich egal oder auch nicht bewusst, denn was anderes gab es nicht. Meine Eltern hatten nur Fantasy im Haus und ich habe eben gelesen, was da war. 

Irgendwann mit 14 habe ich dann Percy Jackson entdeckt und angefangen Fanfiktion zu schreiben. Das hat meine Lesperiode unterbrochen, weil ich Fanfiktions viel spannender fand und sowieso nur schwer an neue Bücher gekommen bin. Bibliotheksausweise hatte ich zwar, aber ich wollte eher Fantasy lesen, als den anderen Kram, den man für Kinder so findet. 

Und dann, Ende 2014 habe ich dann Sasha Alsberg (Abookutopia) auf Youtube entdeckt. Dass sie Englisch sprach und ich nicht wirklich, habe ich auch voll ignoriert und angefangen nach den deutschen Ausgaben der Bücher zu suchen, die sie gelesen hat. Und seitdem lese ich wieder non-stop. Ich gucke immer noch regelmäßig ihre Videos und stalke andere amerikanische Booktuber. Mein Englisch ist davon so gut geworden, dass ich die Sprache jetzt sogar studiere und auch viel auf Englisch lese. Das hätte niemand in meiner Familie erwartet, weil ich mich immer gegen neue Sachen und Dinge lernen gewehrt habe. Das ist eigentlich schon fast peinlich. 

Aber es zeigt eben auch sehr schön, dass Motivation ganz viel ändern kann und man nur seine Eigene finden muss. 

Jetzt werde ich an meinen Schreibtisch zurückkehren und noch ein bisschen Unilektüre lesen, weil die am Donnerstag fällig ist. (Noch 150 Seiten 😭) 

Ich wünsche euch einen tollen Rest-Sonntag und eine gute Klimaanlage. Ich habe leider keine. 

Alles Liebe, Friederike. 

Kommentare