Rezension: Der schwarze Thron - die Schwestern

Hallo ihr Alle!

Wie oft habt ihr schon ein Buch gelesen, dass alle geliebt haben und euch danach gefragt warum? Bei mir kam das bisher genau zweimal vor - und diese Rezension dreht sich um Buch Nr. 2.


Steckbrief 

Autor: Kendare Blake
Titel: Der schwarze Thron - die Schwestern
Verlag: penhaligon
Seiten: 448
Format: Klappenbroschur, eBook
Preis: 14, 99 Euro
Angucken? 


INHALT: Auf der Insel Fennbirn werden in jeder Generation Drillinge geboren, die alle die Fähigkeiten haben eines Tages Königin von Fennbirn zu werden. Jede der Schwestern gehört einem Klan mit besonderen Fähigkeiten an: Den Giftmischern, den Elementarbegabten und den Naturbegabten.
Kurz nach ihrer Geburt werden sie getrennt und ab ihrem 16. Lebensjahr sollen sie innerhalb eine tödlichen Wettkampfes den Thron erobern. Nur eine darf überleben ...

MEINE MEINUNG:
Der Klappentext ist leider sehr fehlleitend, da man davon ausgeht, sofort in diesen Wettkampf einzusteigen, aber tatsächlich geschieht rund 260 Seiten lang nichts davon. Vielmehr folgt man dem Alltag der Schwestern und wie sie sich auf diesen Kampf vorbereiten. Dabei wird jeder Klan beleuchtet und der Hauptaugenmerk liegt nicht nur auf den Schwestern, sondern auch auf ihren Vertrauten und Unterstützern.

Die Erzählstimme ist ein allwissender Erzählen und dadurch bekommt man zwar auch Intrigen mit, leider aber keinen besonders tiefen Einblick in die Köpfe der Figuren. Mich hat vieles an diesem Buch gestört, angefangen mit dem Schreibstil. Die Autorin schreibt sehr flach, es gibt kaum ausreichende Beschreibungen der Situationen, die Figuren werden nur sehr schwach beleuchtet und ich hatte das Gefühl, dass sich nichts wirklich logisch las, allem voran die Handlungen der Figuren. Die Autorin hat sehr viel erzählt, aber wenig gezeigt.

Für mich werden Figuren immer am bestern durch ihre Handlungen charakterisiert, aber hier wurde mir etwas über die Figur mitgeteilt und dann hat ihre Handlungen nicht damit übereingestimmt. So erschienen die Figuren sehr wechselseitig und anstrengend. Außerdem wurden sie auch nicht tiefer beschrieben oder erklärt. Viel zu oft hat mir eine Begründung gefehlt, warum gerade das geschehen ist oder getan wurde. Ich habe die Figuren absolut nicht verstanden und damit war auch die Spannung raus. Klischees wurden zudem auch bedient - Wir haben das typische Klischeemädchen, dass sich lieber mit Jungs beschäftigt, unglaublich naiv ist und glaubt ihre Unterstützer werden den Wettkampf für sie regeln. Dann gibt es die Außenseiterin, die verbittert ist und ihrem Schicksal sehr gefasst entgegenblickt. Nicht einmal hat sie zu Beginn des Buches über eine Strategie nachgedacht, wie sie es schaffen könnte, erst ganz zum Schluss und sehr plötzlich ist ihr Kampfgeist ohne Erklärung erwacht. Und zum Schluss gibt es das Nervenbündel, dass sich der Aufgabe ihre Schwestern abzuschlachten nicht gewachsen sieht, aber gerne sehr vorschnell urteilt. Und dann gibt es eine Liebesgeschichte die immer wieder vom eigentlichem Plot ablenkt.

Zudem scheint niemand in dieser Welt das System zu hinterfragen, sie fügen sich einfach in ihr Schicksal und kämpfen nicht für sich. Die zusätzliche Gewalt hat mir auch zu schaffen gemacht. Die Gewalt an sich war nichts Neues, aber wie damit umgegangen wurde, hat mir gar nicht gefallen. Alle in dieser Welt scheinen ganz heiß darauf zu sein, zu sehen, wie diese Mädchen sich gegenseitig umbringen, je grausamer, desto besser. Es werden Wochen damit verbracht Strategien zu entwickeln um die eigene Macht möglichst gut zu demonstrieren und dabei auch noch möglichst grausam zu sein. Und es gab keine Wertung dazu. Es wurde nicht ein Wort darüber verloren, wie falsch das eigentlich ist. Moralisch hat dieses Buch keine gute Botschaft und das hat mich sehr erschreckt. Denn immerhin gewinnen solche Bücher unser Herz doch immer wegen dem Hinterfragen, der Rebellion, dem Widerstand. Hier gab es das nicht.

Mir ist außerdem nicht klar geworden, warum einige Figuren so stark beleuchtet wurden. In der Handlung spielten sie keine besonders wichtige Rolle, sodass diese Aufmerksamkeit sich gelohnt hätte. Mir sind mit dem Ende des Buches viel zu viele Fragen offen geblieben, wovon mindestens die Hälfte geklärt hätte werden müssen. Die Fäden die am Anfang gesponnen wurden, haben sich einfach nicht zusammengefügt und oft saß ich da und habe mich gefragt, wie das gerade passieren konnte, denn nichts hat darauf hingedeutet.
Ich habe mich am Ende gefragt, wie es dieses Buch durch ein Lektorat geschafft hat, denn wenn ich als Leser vor allem eines will, dann Antworten und Zufriedenheit. Und am Ende dieses Buches war ich sauer und sehr unzufrieden.

Diese Buch hatte sehr viel Potential, wurde aber lausig umgesetzt.

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