Rezension: Ich gebe dir die Sonne


Hallo Freunde der Sonne! 

Ja, das ist ne schräge Begrüßung, aber es passt zum Buch. Also - deal with it!

Ich durfte Ich gebe dir die Sonne von Jandy Nelson rezensieren und möchte mich dafür beim Bloggerportal von Randomhouse bedanken.

Kleiner Steckbrief

Titel: Ich gebe dir die Sonne

Autor: Jandy Nelson
Seiten: 473
Verlag: cbt
Format: Gebunden, eBook

NoahundJude sind Zwillinge und haben diese ganz besondere Verbindung, die eben nur Zwillinge haben können. Wenn Jude weint, weint Noah auch, selbst, wenn er sich am anderen Ende ihres Heimatortes in Kalifornien befindet.
Noah und Jude könnten jedoch auch nicht unterschiedlicher sein - Jude ist ein wilder Wirbelwind, der das Abenteuer sucht und Noah ist ruhig, betrachtet die Welt aus einem anderen Blickwinkel.
Aber etwas passiert, verändert ihr Leben und verändert auch sie. Sie leben plötzlich ein anderes Leben auf das sie keinen Einfluss mehr nehmen ...

Mich hat dieses Buch vor allem angesprochen, weil es ein Jugendbuch ist, aber nichts mit großer Liebe und Herzschmerz in den Vordergrund stellt. Es geht um die Beziehung zwischen Geschwistern und den Banden in einer Familie und wie sie Einfluss auf unser Leben nehmen und uns formen. Und das gibt es viel zu selten in der Jugendbuchliteratur - zumindest liegt es selten unter den Bestsellern.
Noah und Jude sind beide sehr unterschiedliche Erzähler, was unglaublich gut umgesetzt wurde.

Noah sieht alles in Bildern und vermerkt sich Ideen zu neuen Portraits, was seine Beschreibungen der Welt wahnsinnig bunt und auch witzig machen. Seine Auffassungsgabe von Situationen ist fantastisch und gibt dem Leser noch einen anderen Blickwinkel, falls er die Situation anders sieht, weil ihm vielleicht bestimmte Erfahrungen fehlen. Denn Noah rangiert am unteren Ende der Sozialen Schichten, er kapselt sich ab und kämpft mit Problemen, die ihn nur noch mehr ausgrenzen. Homosexualität spielt dabei eine große Rolle und bisher hat mir kein Protagonist dieses "Problem" besser näher gebracht, als Noah es getan hat.

Jude hingegen redet mit ihrer toten Großmutter. Und lebt nach deren Bibel. Jop, das ist kein bisschen durchgeknallt. Aber Jude ist cool und wunderbar sarkastisch. Seit DER SACHE, die alles verändert hat, betreibt sie einen Boykott - kleidet sich in sackartigen Klamotten und lässt niemanden (Schon gar nicht einen süßen Jungen!) an sich heran. Sie macht verschiedene verrückte Dinge, wie eine Zwiebel mit sich rum schleppen.

Jude und Noah erzählen jeweils zu einem anderen Zeitpunkt: Noah erzählt ausschließlich aus der Zeit vor DER SACHE und Jude erzählt nur von danach.

Mich hat besonders beeindruckt wie sie die Rollen getauscht haben, war Noah am Anfang noch einsam und ohne richtige Freunde und Jude der Mittelpunkt, ist Noah zum Ende des Buches beliebt und Jude eher nicht.

Der wirkliche Schurke in diesem Buch waren für mich die Eltern. Noah und Jude sind beide künstlerisch begabt, obwohl sich das bei beiden anders zeigt, und ihre Eltern hielten es für eine gute Idee einen Wettbewerb aus dieser Begabung zu machen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie Wettbewerbsdenken Beziehungen von vornherein sabotieren kann und auch kaputtmachen.
Eifersucht spielt im Buch ebenfalls eine große Rolle und ich habe gemerkt, wie sehr ich meine Familie schätzen kann.

Ich gebe dir die Sonne gehört für mich in so viele Bücherregale wie möglich, weil die Botschaft, die Sprache und auch die Figuren magisch und bunt sind. Ernsthafte Probleme werden angesprochen, dabei aber nicht so behandelt, dass man danach depressiv wird und ich fühlte mich nach dem lesen von Ich gebe dir die Sonne viel toleranter, als vorher.

Bis zum nächsten Mal, eure Charlotte.



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