Rezension: Der Bruder des Königs






Der Bruder des Königs 
Autor: George R.R. Martin & Gardner Dozois
Verlag: penhaligon
Seiten: 1052
Format: Klappenbroschur, eBook
Preis: 19,99 Euro
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* Als Rezensionsexemplar vom Bloggerportal zur Verfügung gestellt. Dankeschön! 






Inhalt  

Einundzwanzig Kurzromane zum Thema "Schurken" werden in dieser Anthologie ihren Platz im Regal finden. Unter GRRM und Gardner Dozois wurden Kurzromane von namenhaften Autoren wie Patrick Rothfuss, Garth Nix, Joe Abercrombie, Neil Gaiman und Gillian Flynn zusammengefasst. Alle widmen sie sich der zwielichtigen und beliebten Sorte von Figuren - den Schurken. 

Meine Meinung  

Mich hat dieses Buch zuallererst angesprochen, weil es eine Geschichte von GRRM enthält, denn bisher hatte ich noch keine physische Ausgabe irgendeines Textes von ihm. Dann kam hinzu, dass auch Patrick Rothfuss in der Anthologie vertreten war und dann musste ich es haben. 

Als ich es dann das erste Mal in der Hand hielt, wollte ich zugleich in die Luft springen (Was ich auch getan habe.) und damit Gewichtheben machen. Denn Mann, was ist das für ein Schinken!  
Einundzwanzig Kurzromane klingen doch gar nicht so viel, warum, also ist es so dick? 
Tja, das liegt an dem falschen Verständig an Kurzromanen, dass ich hatte. Irgendwie habe ich diese mit den Kurzgeschichten gleichgesetzt. Nun ... Das sollte man nicht tun. 
Die Kurzromane umfassen zwischen 50 und 40 Seiten und haben alle eine kleine Kurzbiografie des Autors vorangestellt. Das ist für Neu-Leser ziemlich praktisch, obwohl sie danach trotzdem keine Ahnung von den Werken des Autors haben. Ich kannte nämlich genau vier der Autoren, wenn auch nicht alle durch ihre Bücher. Gillian Flynn zum Beispiel, kenne ich nur durch die Verfilmung von Gone Girl und GRRM durch die Serie Game of Thrones

Was mir an den Kurzromanen gefallen hat, war zum Ersten, dass man einen Einblick in die Welten und Schreibstile der Autoren gewonnen hat, ohne sich ein ganzes Buch von ihnen kaufen zu müssen und dann festzustellen - Nee, ist nix. 

Zum Anderen hat natürlich jeder Autor eine andere Interpretation von Schurken. Als Leser bekommt man dadurch eine ganze Bandbreite an Schurkenvariationen und kein Schurkentyp tauchte zweimal auf. Manche hätte ich nicht einmal als Schurken enttarnt - Wie zum Beispiel Bast aus Der Name des Windes. 
Soziale Stellungen und moralische Ansichten definieren wesentlich, was der Leser als Schurke sieht und in diesem Buch wurde dieser Begriff gedehnt und auf die Probe gestellt.  
Die Umstände in denen die Schurken "lebten" waren auch sehr unterschiedlich, ob nun in unserer Welt oder einer Fantasywelt hat natürlich das Verhalten und die Möglichkeiten eines Schurken begrenzt. Sie sind Meister im Beugen und Umgehen von Regeln und Gesetzen, oder brechen sie eben auch, wenn es ihren Zielen dient. 
Manche Schurken sind skrupellos und manche hatten doch wieder erstaunlich viel Ehrgefühl und Moral. Auch Toleranz in Ethnien und Geschlecht war Gegenstand vieler Kurzromane.  

Und zudem haben ein paar Autoren einen neuen Leser bekommen - mich. Joe Abercrombie hat mich mit seiner Schnitzeljagd durch eine ganze Gruppe von Schurken für sich gewinnen können und auch Garth Nix hat mich von seiner schrägen, aber coolen Geschichte überzeugen können. 

Fazit 

Mir hat diese Anthologie viel mehr gebracht, als zunächst erwartet. Meine Wunschliste hat dabei erheblichen Zuwachs bekommen und mir hat auch einfach die Vielfalt der Romane gefallen. 
Auch wenn die Schurken im Vordergrund stehen, kann ein aufgeweckter Leser viel zwischen den Zeilen lesen und noch so einiges mehr entdecken. 

Dieses Buch ist also definitiv eine Empfehlung wert und ich hoffe, dass ihr vielleicht einen neuen Lieblingsautor in ihm finden könnt. 
  

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