Rezension: Nordwärts

Hallo und herzlich Willkommen zu der gigantischsten Schiffsreise die Aventurien je gesehen hat!  

In Nordwärts beschreibt das Autoren-Duo Bernhard Hennen & Ropert Corvus die Geschichte zweier Männern, die sich selbst als der größte Seefahrer ihrer Zeit sehen. Die daraus kristallisierende Feindschaft soll nun durch einen Wettbewerb beendet werden. In 80 Wochen sollen sie den Kontinent Aventurien umsegeln und dabei Aufgaben lösen, die ihren Mut, ihre Führungsqualitäten und ihren Einfallsreichtum beweisen sollen.

Eine fantastische Reise, von der Nordwärts nur der Anfang ist.

Autor: Bernhard Hennen & Robert Corvus
Titel: Nordwärts - die Phileasson Saga I
Verlag: HEYNE<
Seiten: 484
Format: Klappenbroschur, eBook
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Die Idee: Asleif "Foggwulf" Phileasson ist Entdecker und steht in ständiger Rivalität zu Beorn dem Blender, einem Räuber, der ihn in Sachen Segeln in Nichts nachsteht. Als ihre Streiterein zu eskalieren drohen, sendet die Führerin ihres Dorfes die beiden aus, eine Reise zu unternehmen, die sie zu den entlegensten Winkeln des Kontinents führen wird. Dazu werden ihnen immer wieder Aufgaben gestellt und auch dürfen sie nicht mit ihrer eingespielten Mannschaft segeln, sondern müssen ihre Mannschaft neu wählen.
Ihre erste Aufgabe schickt sie zum nördlichsten Punkt Aventuriens, wo sie eine alte Legende erforschen sollen und zudem Mammuts jagen.
Nebenbei werden aber nicht nur der Foggwulf und Beorn vorgestellt, sondern auch die Menschen, die mit ihnen segeln. Und zwei davon laufen vor einer dunklen Vergangenheit davon, die sie einzuholen droht.
Auch trifft man hier auf alle möglichen fantastischen Gestalten, wie zum Beispiel Elfen und Orks. Auch verschiedene Schichten der menschlichen Geschichte werden angerissen, so zum Beispiel die Jäger und Sammler, obwohl es gleichzeitig auch Händler und Sklavenhalter gibt. Je nachdem wo man sich in Aventurien befindet, ändert sich der soziale Aufbau der Gemeinschaft, was spannend zu werden verspricht, sobald die Wettfahrer an den jeweiligen Orten anlanden müssen.

Die Realistik: Ich bin in Sachen Wikinger und Seefahrt nicht sehr bewandert, und auch, wenn man diese Welt wohl mit den Wikingern vergleichen kann, hat sie doch einige Unterschiede aufzuweisen, die sie faszinierend und gefährlich macht. Die Kunst des Seefahrend wird hierbei schön ausgeleuchtet und dabei nicht zu kompliziert erklärt, sodass man auch als "Landmensch" einen Eindruck von Schiffen und deren Tücken bekommt. Auch die Figuren sind sehr gut ausgearbeitet, sie hatten schon ein Leben bevor die Handlung einsetzt und so fühlte es sich beim lesen manchmal an, als ob man plötzlich in das Leben der Figuren katapultiert wurde. Auch der Antagonist (Beorn der Blender) hat seine menschliche Seite und ich kann nicht umhin als zu bekunden, dass er sich gut um seine Mannschaft kümmert. (Die, die er wirklich als seine Mannschaft sieht.) Da es ein High-Fantasy-Roman ist kommen in dieser Welt auch Legenden und Sagen vor und auch diese sind ausgesprochen gut ausgearbeitet und haben mich persönlich sehr fasziniert.

Die Komplexität: Startet das Buch doch mit etwas gänzlich anderem als erwartet, so fängt es doch sehr einfach an. Es werden die Personen vorgestellt und der Konflikt dargelegt. Sobald die Handlung sich aber auf den Wettbewerb konzentriert, tauchen neue Figuren auf, die erahnen lassen, dass diese Wettfahrt nicht nur zu Beilegung eines Konflikts zwischen zwei Sturköpfen ist, sondern auch andere Mächte diese Fahrt beeinflussen wollen und ihr eigenes Ziel verfolgen.

Der Schreibstil: Da es sich um ein Werk zweier Autoren handelt ist der Schreibstil relativ neutral. Intelligent und sehr bildlich, aber immer aus der Beobachterperspektive.

Persönliches Gefallen: Die Brutalität des Buches hat mich doch sehr überrascht. Zwar war es mir nichts neues, doch dass es Aspekt in diesem Buch sein würde war mir (als Nicht-Hennen-Kenner) nicht klar. Ich habe mich auf eine Abenteuergeschichte zu Schiff gefreut und weit mehr bekommen als erwartet. Auch wenn das ganze neue Vokabular, dass mit dieser Welt kommt am Anfang schwierig ist und  ich oft im Glossar nachgucken musste, was das denn nun heißt, so hat die Handlung mich definitiv gepackt. Ich mag den Foggwulf als Hauptfigur sehr gerne und kann ihn definitiv zu meinem Favoriten der beiden Seefahrer küren, doch auch Beorn scheint seine guten Eigenschaften zu haben. Da dieses Buch aber erst der Auftakt einer Reihe ist, kann sich da im Verlauf der Bücher noch einiges ändern. Auf jeden Fall macht es Lust auf mehr und ich freue mich schon Himmelsturm zu lesen.

Von mir bekommt dieses Buch 4 von 5 Sternen, weil ich denke, dass da noch Luft nach oben ist.

Alles Liebe, Charlotte.

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