Flower

Reden wir über Flower
 
Tja … Nun … Dieses Buch habe ich als Rezensionsexemplar angefragt, weil es nach einem luftig, leichten Sommerbuch klang und ich definitiv Schmetterlinge und Rosa-Rote-Brillen haben wollte. Ist ja schließlich Sommer.

Ich lag ja so falsch.

Autor: Elizabeth Craft & Shea Olsen 
Titel: Flower 
Verlag: cbt 
Seiten: 285
Format: Paperback, ePub 

In Flower geht es um Charlotte und Tate, die aus zwei unterschiedlichen Welten kommen. Charlotte hat ihr ganzes Leben schon durchgeplant, da sie als erste ihrer Familie aufs College gehen möchte und dieses auch beenden. Die Fehler ihrer Mutter und großen Schwester Mia haben sie gelehrt, sich ja nicht zu verlieben, bevor ihr Leben auf festen Beinen steht.
Tate, hingegen, ist ein Superstar. Der begnadetste Sänger dieser Zeit und macht gerade eine Pause.
Irgendwann kommt Tate in dem Blumenladen, in dem Charlotte arbeitet und kauft einen Strauß Blumen.
Und dann landet dieser Strauß am nächsten Tag bei Charlotte in der Schule und wird ihr in den Unterricht geliefert …

Die Idee dieser Geschichte liest sich wie eine Fanfiktion von Justin Bieber oder One Direction. Was nicht schlecht sein muss, denn es gibt da ein paar sehr gute Fanfiktions. Hier geht es um Tate Collins, der in einem Gesangswettbewerb gewonnen hat und dann nach L.A. gezogen ist, um berühmt zu werden. Ist er auch. Aber dann kommt der obligatorische Absturz. Zu viel Alkohol, Drogen, leichte Mädchen.
Nachdem er dann das Musik-Business verlassen hat, steht also eines Tages vor Charlotte und kommt nicht mehr von ihr los. Sie spürt auch eine gewisse Anziehung und sträubt sich zunächst, denn das hatte sie nicht geplant. Aber Tate ist hartnäckig und irgendwann kann sich Charlotte ihm nicht mehr entziehen.
Es werden ein paar Klischees bedient, die nicht schlecht sind, aber eben Klischees und die Originalität der Geschichte ein bisschen mindern.
Am Ende stellte es sich aber als deutlich umfangreicher heraus, als vom Klappentext aus angenommen und so erzählt Flower keine normale Teenager-Liebesgeschichte sondern eine Geschichte über das Erwachsen-werden und eingehen von Risikos.

Die beiden Autorinnen sind beide in der Visualisierung von TV-Serien tätig und kennen sich damit bei der Umsetzung realistischer Charaktere aus. Charlotte und Tate und auch alle Nebenrollen, sind gut portraitiert, mit Schattenseiten und Makeln, aber genauso vielen guten Eigenschaften. Allerdings wurde hier auch auf ein Klischee gesetzt, dass stark an Christian Grey und Ana Steele erinnert.
Tate ist mysteriös und schweigsam, kann sich offenbar alles leisten und stellt für die Beziehung mit Charlotte Regeln auf.    
Charlotte ist strebsam und ordentlich und wird im Laufe des Buches wagemutiger und abenteuerlustiger und sie neigt dazu, in Tates Lebensgeschichte zu bohren.

Wie schon erwähnt ist das Buch am Ende komplexer geworden, als angenommen, was nur gut sein kann. Die Entwicklung von Charlotte ist gut getroffen und folgt realistischen Mustern, mit allen Höhen und Tiefen, die man so erleben kann. Auch hinter Tate versteckt sich mehr als zu Beginn angenommen und Charlotte holt dies Stück für Stück an die Oberfläche.

Der Schreibstil lässt meiner Meinung nach, leider zu wünschen übrig. Er ist kurz und auf das wesentliche beschränkt. Es gibt kaum malerische Darstellungen von Momenten, die dem Buch mehr Atmosphäre verliehen hätten und auch die Facetten der Charaktere sind eher flach gehalten. Man kann sich zwar von allem ein gutes Bild machen, aber irgendwie fehlt noch ein bisschen die Essenz, die daraus ein wirklich gutes Buch machen würde.
Durch den nüchternen Schreibstil wird das Buch sehr voran getrieben und es passiert insgesamt mehr, als von einem 280-Seiten-Buch angenommen. Man durchläuft fast ein ganzes Jahr, inklusive Weihnachten. Das ist einerseits schön, andererseits hätte ich mir mehr Spielereien mit Schlüsselmomenten gewünscht, die das Ausmaß der Entwicklung wiederspiegeln.

Trotz allem war es ein gutes Buch, dass perfekt für einen Nachmittag am Strand oder im Schwimmbad geeignet ist und auch Menschen interessieren könnte, die normalerweise nicht sehr viel lesen. Also perfekt für Einsteiger.

Das Buch bekommt von mir 3 von 5 Sternen und damit wünsche ich euch noch einen schönen Tag.


Alles Liebe, Charlotte.   

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