Black Rabbit Hall

Die Rezension zu Black Rabbit Hall ist längst überfällig, aber dieses Buch ist definitiv seine Zeit wert.

Titel: Black Rabbit Hall
Autor: Eve Chase
Verlag: Blanvalet
Seiten: 
Format: Hardcover
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Etwas Kurzes zum Inhalt ..

Black Rabbit Hall ist der Ort, an dem der Werdegang einer jungen Frau erzählt wird, die durch einen Schicksaalsschlag zusehen muss, wie ihre Familie den Halt verliert. 
Jahre später entdeckt Lorna Smith das alte und verfallene Anwesen Black Rabbit Hall und wird in einen Sog aus Liebe, Verrat und Zweifel gezogen, der nur damit enden kann, dass sie die ganze Geschichte um die 4 Alton-Kinder aufdeckt ... 

Dieses Buch ist das erste der Art Sommer-Krimi (auch wenn es Roman genannt wird), das ich je gelesen habe. Und ich finde, dass ich keinen besseren Einstieg in dieses Genre finden konnte.

Das Buch von Eve Chase wird von der Idee einer Familie, die an einem grausigen Sommerabend zerbricht, geleitet und begleitet fortan Amber, die als Älteste von den 4 Kindern sich Aufgaben und Hürden gegenüber sieht, die man im Alter von 15 eigentlich noch nicht haben dürfte.
Es wird nicht nur Amber beobachtet, sondern durch sie auch ihre Geschwister und Verwandten und Stück für Stück wird klarer, dass ein Unheil aufzieht, dass sich durch nichts abwenden lassen wird.

Da diese Geschichte auf jegliche fantastische Elemente verzichtet, ist die Realistik der Punkt, den es am überzeugendsten darzustellen galt. Die Figuren sind ausgefeilt gewesen, aber nicht zu vielschichtig, jeder hatte seine feste Rolle, die die Geschichte am Laufen hielt und manchmal auch in eine völlig andere Richtung drehte und jeder einzelne Charakter macht im Buch eine Entwicklung durch. Bei einigen ist es nicht besonders zu merken, aber anhand der Ausgangssituation, war es nicht anders möglich. Jede Figur arrangierte sich auf andere Weise mit den neuen Gegebenheiten und Amber erzählt dies auf eine subtile, ruhige Art.
Lorna und Jon, die später in die Verwirrungen einsteigen präsentieren gleichzeitig die Gefühlswelt der Leser, da sie auch nicht mehr wissen, als wir und genauso mit den Verwicklungen zu kämpfen haben. Die eigentliche Geschichte, die erzählt wird, könnte aus jeder Familienchronik stammen. Es gibt keine unglaublichen Zufälle, keine merkwürdig unerklärlichen Fähigkeiten. Es ist die Geschichte von Menschen, die durch einen Wendepunkt zusammenkommen und fortan miteinander leben müssen.

Über die Komplexität könnte man auch einen kleinen Roman schreiben. Es wird in zwei Handlungssträngen erzählt. Der Erste von Amber, Mitte der 1960er Jahre, der andere von Lorna, circa 30 Jahre später. Durch Amber erfährt man aus erster Hand, was passiert und Lorna entwirrt die Geschehnisse wiederum. Dabei ist nicht alles so einfach, wie es am Anfang schreibt. Die Erzählung geht über das eigentliche Drama hinaus, erzählt auch Jahre später noch von Amber und zieht am Ende eine Verbindung, die gleichermaßen passend, wie auch unglaublich ist.  

Der Schreibstil spiegelt genau die Atmosphäre wieder, die die beiden Protagonisten fühlen. Er passt sich also an. Er ist jedoch gleichbleibend bildlich und atmosphärisch, erschafft ein Gefühl von einem nie enden wollenden schwül-warmen Sommertag an dessen Ende ein großes Gewitter droht.

Mir hat dieses Buch persönlich sehr gut gefallen. Gerade im Sommer setzte ich mich lieber mit Familiengeschichten und nicht-magischen Welten auseinander. Ich mochte den leichten Schauer auf dem Rücken, den man gleich von Beginn an spürt, denn es war klar, dass es keine Friede-Freude-Eierkuchen-Welt bleiben konnte. Die Dynamik der Familie war auch sehr schon zu lesen und zu entdecken, auch Fehler der einzelnen Personen wurden nicht versteckt oder runter gespielt. Es fühlt sich absolut echt an.

Von mir bekommt dieses Buch 4 von 5 Sternen.

Bis zum nächsten Mal, eure Charlotte.    

P.S. Ein absolutes Muss ist übrigens der Buchtrailer!



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