Die 100 - Heimkehr

Es gibt wieder eine Rezension von mir! *Applaus*
Endlich habe ich das Abitur hinter mir und kann mich wieder voll dem Lesen widmen. Als erstes geht es um den dritten und finalen Band der Trilogie von Kass Morgan: Die 100.

Da es sich um das Ende einer Trilogie handelt, lassen Spoiler sich nicht vermeiden, wer also die Trilogie noch beginnen möchte, sollte diesen Post nicht weiterlesen.

Autor: Kass Morgan
Titel: Die 100 - Heimkehr
Verlag: heyne>fliegt
Seiten: 314
Format: Taschenbuch 
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Inhalt:

Der große Kampf um die Freiheit beginnt 

100 jugendliche Straftäter wurden aus dem Weltraum entsandt, um die entvölkerte Erde neu zu besiedeln, darunter die mutige Clarke und der kämpferische Bellamy. Was sie damals nicht wussten - es gibt Menschen, die den verseuchten Planeten nie verlassen haben! Als die Jugendlichen sich fast schon an ihr gefährliches Leben gewöhnt haben, holt sie plötzlich die Vergangenheit ein. Vizekanlzer Rhodes landet auf der Erde. Wird er Clarke und den anderen noch einmal die Freiheit rauben können, diesmal für immer? 

Wer bereits den ersten und zweiten Band gelesen hat, wird wissen, dass die Bücher wenig mit der erfolgreichen TV-Serie gemeinsam haben. Sie teilen sich die Grundidee und die Charaktere.

Die Idee der Bücher ist nach wie vor präsent. Durch Flashbacks der einzelnen Protagonisten wird sowohl das Leben im All auf der Raumstation, als auch das Leben auf der Erde vorgestellt. Der Kontrast dieser beiden Lebensräume wird durch die unterschiedlichen Ansichten der Figuren auf Vor - und Nachteile untersucht und jeder Protagonist hat seine eigene Meinung dazu. Probleme die sich beim einfachen Leben von Jäger und Sammler auf der Erde ergeben sind für einige noch neu, da das Buch damit beginnt, dass die Transporter, die in Band zwei gestartet wurden, auf der Erde ankommen. So stößt Glass zusammen mit Luke auf Clarke und ihren alten Freund Wells und Gegebenheiten der Raumstation sind plötzlich unwichtig, da auf der Erde nun einmal alles anders ist. Der Überlebenskampf wird also fortgeführt und neue Konflikte treten auf, die auch mit der Ankunft des Ratsmitgliedes Rhodes zu tun haben.

Die Realistik kann ich in einem Sciene-Fiktion-Roman/Dystopie nur schwer bewerten, da ich noch nie im All war (und wahrscheinlich auch nie dort hinreisen werde), geschweige denn, einen verseuchten Planeten besiedeln sollte. Aber, was ich beurteilen kann, ist die Darstellungsweise der Protagonisten. Die Rollen haben sich nicht wesentlich verändert von Buch zwei zu Buch drei, da sie direkt an einander anknüpfen. Wieder von Clarke und Bellamy, Wells und Glass zu lesen, fühlte sich ein bisschen wie Zuhause an, da sie immer noch dieselben Figuren geblieben sind, die man als Leser schon kennt. Die Beziehungen untereinander, sind nicht mehr so angespannt wie am Anfang und Konflikte zwischen ihnen werden relativ schnell geklärt, was angesichts der Umstände nur verständlich ist. Die Charakterentwicklungen sind besonders bei Wells und Glass zu merken, da sie in diesem Band, mit den härtesten Umständen zu kämpfen haben. Bellamy selber lernt, dass er durch gute Taten auch Gutes zurückbekommen kann, und die Erdgeborenen sich sehr von den Kolonisten unterscheiden, sogar in Stresssituationen.
Clarke hat in diesem Band den konstantesten Charakter, was den Leser in der vertrauten Welt hält und ihm auch einmal Zeit gibt, Luft zu holen.
Nur zum Ende hin wurden die Reaktionen der Figuren ein bisschen ... schnell. Es passierten mehrere prägende Dinge gleichzeitig und ein bisschen mehr Zeit zwischen den Ereignissen, um das Geschehene zu verarbeiten, hätte dem Buch einen runderen Abschluss gegeben. So wirkten die Reaktionen und Gedanken gestaucht und manchmal auch nach einmal Ansprechen schon als erledigt. Es schien, als versuchte Kass Morgan so viel wie möglich auf einer begrenzten Seitenzahl unterzubringen, was, wie schon erwähnt, die Entwicklung zu sehr beschleunigt hat.

Die Komplexität beschränkt sich in diesem Band auf den Konflikt zwischen den Einhundert und den neuen Kolonisten. Die Erdgeborenen werden erst zu Mitte des Buches hinzugenommen und spielen auch dort keine tragende Rolle. Sie haben ihren Auftritt, der unseren Protagonisten auch hilft, aber der Hauptkonflikt liegt tatsächlich in den Machtspielen der Weltraummenschen. Der entscheidende Finalkampf wird zwar auch maßgeblich von Erdgeborenen beeinflusst, aber ein Konflikt wie in Band zwei ist an dieser Stelle nicht vorhanden.
Aber natürlich ist die Splittergruppe ein Problem im Hinterkopf der Weltraummenschen.

Der Schreibstil ist genauso sachlich und schnell wie in den vorangegangenen Büchern und einfach solide. Er treibt die Handlung definitiv voran, weil sich Kass Morgans Figuren selten die Zeit nehmen einen ausführlichen Monolog zur Aussage eines anderen Charakters zu denken. Wie jede Dystopie ist der sachbetonte und teilweise gefühlsarme Schreibstil Teil der Atmosphäre des Buches.
Der Er/Sie-Erzähler unterstreicht diesen Ausdruck und trägt zu einer distanzierten Sicht des Lesers bei, so, dass es noch möglich ist, die Handlungen der Protagonisten zu bewerten.

Mir persönlich gefällt die Idee der Dystopie sehr gut, da es einerseits Schreckensvorstellungen unserer Welt sind, wie sie eintreten könnten, wenn alles schief geht. Ich bin auch ein versierter Weltraum- und Raumschiff-Fan, weshalb diese Reihe für mich eine perfekte Mischung darstellt. Ich mochte die Figuren, ich mochte ihre Entwicklung, nur am Ende ging es mir zu schnell, mehr Zeit um alles zu verarbeiten und eine eventuelle immer präsente Trauer wäre angebracht gewesen. Aber das ist ja nur meine Meinung. Wieder bei den Einhundert zu sein und ihren Werdegang mit zu erlesen war schön und spannend, und im zweiten Teil des Buches ist so viel passiert, dass ich es an einem Tag beenden musste. Ich bin von dieser Reihe positiv überrascht und freue mich über all die kleinen Hinweise der ursprünglichen Story, die in der TV-Serie aufgegriffen und übernommen wurden.
Für echte Fans der Serie sind diese Bücher wohl etwas wenig "brutal", dafür wird sich sehr schön mit der mentalen Situation befasst und bietet gute Hintergrundinfos.

Ich kann diese Bücher nur empfehlen, da es ein Sog ist, der durch Emotionsspiralen und Konflikte besticht, die man im realen Leben nicht finden wird. Eine kleine Welt, außerhalb der unseren, in der man für einen Moment ein Held sein kann.

Von mir bekommt Die 100 - Heimkehr 4,5 von 5 Sternen.

Liebe Grüße, eure CharlotteBooh.



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