Red Rising

Diese Rezension dreht sich um Red Rising von Pirece Brown. Natürlich habe ich von Sasha Alsberg (Lieblingsbooktuberin) von diesem Buch erfahren, aber es wurde auch von vielen anderen Bloggern erwähnt und als es auf Deutsch erschien und mit dem richtigen Cover (Die Hardcoveredition fand ich nicht so toll, der Verlag hat dann das amerikanische für die Softcoverausgabe modifiziert.), musste es in mein Regal. Und natürlich gelesen werden.

Dieses Buch wird vor allem jenen empfohlen, die Tribute von Panem mochten, was natürlich auch mich angesprochen hat, denn dieser Bücher sind der Wahnsinn. Jedenfalls hat mich der Klappentext sehr interessiert und ich wollte wissen wie die Hauptfigur sich in die Oberschicht hocharbeitet. Aber lest selbst ...

Wenn du Gerechtigkeit willst, musst du dafür kämpfen! 

Der junge Darrow lebt in einer Welt, in der die Menschheit die Erden verlassen und die Planeten erobert hat. Bei der Besiedlung des Mars kommt ihm eine wichtige Aufgabe zu, das jedenfalls glaubt Darrow, der in den Minen im Untergrund schuftet, um eines Tages die Oberfläche des Mats bewohnbar zu machen. Dich dann erkennt er, dass er und seine Leidensgenossen von einer herrschenden Klasse ausgebeutet werden. Denn der Mars ist längst erschlossen, und die Oberschicht lebt in luxuriösen Städten inmitten üppiger Parklandschaften. Sein tief verwurzelter Gerechtigkeitssinn lässt Darrow nur eine Wahl: sich gegen die Unterdrücker aufzulehnen. Dabei führt sein Weg ins Zentrum der Macht. Der unerschrockene Darrow schleust sich in ihr sagenumwobenes Institut ein, in dem die Elite herangezogen wird. Denn um sie vernichtend schlagen zu können, muss er einer von ihnen werden ...  


Autor: Pierce Brown  
Titel: Red Rising
Verlag: HEYNE <
Seiten: 558
Format: Hardcover, Softcover, ePub, Hörbuch, MP3-CD
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Natürlich ist der Klappentext wieder als Blickfang gedacht und hat eher weniger mit den tatsächlichen Begebenheiten zutun. Aber im Groben stimmt es.

Am Anfang wird man gut in die Welt eingeführt, man wird zwar in die Handlung geworfen, aber die Informationen die man benötigt werden in einem guten Maß enthüllt. Dabei lernt man gut die Welt kennen in der Darrow und alle anderen Roten aufgewachsen sind, und auch, dass die angeblichen Regeln einer perfiden Taktik folgen, die man als einfacher Roter nicht durchbrechen kann.

Die Geschichte beginnt natürlich dort wo auch die Hauptfigur Darrow ist: In den Minen den Mars. (Solche harten und fast weltfremden Settings gefallen mir immer sehr gut.)
Am Anfang ist Darrow mir sehr sympathisch, er ist nicht der Draufgänger den man sich anhand der Rezensionen und Pressestimmen vorstellt; er ist ein intelligenter, junger Mann, der weiß, wann er die Klappe halten soll, wenn er, oder seine Lieben, nicht sterben sollen. Er ist zufrieden mit seinem Leben, vielleicht nicht superduperglücklich, aber zufrieden. Und er glaubt an eine Mission. Dass diese erstunken und erlogen ist, kann er schlecht wissen.
Jedenfalls ändert sich dann plötzlich eine Konstante in seinem Leben, die ihm völlig den Boden unter den Füßen wegreißt.
Durch eine menge emotionaler Verwicklungen und ein paar menschlichen Schwächen landet Darrow dann dort, wo die Mission der Bücher beginnt: Bei der Revolutioen.
Er ist allerdings nicht sofort der Revolutionär von dem alle reden. Es ist ein langer und schmerzhafter Prozess, der sich durch fast eine Hälfte des Buches zieht.
Ich fand diese Entwicklung sehr gelungen und nachvollziehbar, es ist realistisch und emotional. Auch steht er nicht allein da, er hat Helfer und Freunde die ihn unterstützen, obwohl so eine Revolution im Alleingang schon cool gewesen wäre.

Die anderen Figuren in diesem Buch sind oft düster und von Gefühlen beherrscht, obwohl sie gleichzeitig auch eiskalt und berechnend sein können. Das hat mir auch sehr gut gefallen, dass eben nicht alles Friede-Freude-Eierkuchen ist, obwohl die Privilegierteren einen hohen Lebensstandard haben.

Darrow geht durch viele Erfahrungen und Abenteuer und der letzte Drittel des Buches war mein persönlicher Liebelingsteil. Für mich hat er endlich Darrows Mission und seinen Character wie ich ihn am Anfang kannte, zusammengebracht und das Buch wurde sehr viel harmonischer. Dennoch ist er von Anfang an stark, zeigt das aber nicht sofort, was mir sehr gefallen hat, viele unserer Jugendhelden mussten eben plötzlich mutig werden, während Darrow das schon von Anfang an ist, was sein Weg im weiteren Verlauf maßgeblich beeinflusst hat.

Ich denke, dass es Intrigen und Verrat gibt, muss ich nicht extra ausführen, denn immerhin will ich euch nicht zu sehr spoilern.

Dadurch, dass es eine Dystopie ist, ist der Schreibstil weniger romantisch und ausschweifend, sondern sehr klar und schnell. Es folgte manchmal Darrows Gedanken sehr hastig und einige Stellen musste ich zweimal lesen, denn es ist einfach zu viel passiert. Allgemein ist die Handlung in dem Buch sehr vielseitig und länger als von mir erwartet, was für den Leser natürlich nur ein Bonus sein kann.

Was mich gleichermaßen beeindruckt, wie auch geschockt hat, ist die Tatsache, dass die Menschen in diesem Buch nach Farben geordnet sind. Was mich sehr an die Apartheid in Afrika erinnert hat, als Weiße den Schwarzen vorgezogen wurden. Es ist ein interessantes und ungerechtes Konzept, das aber bereits zu Ende des Buches von Darrow mehr als in Frage gestellt wird.

Nebenbei sind auch die Moralvorstellungen im Buch nicht immer astrein, teilweise ist der Grad zwischen Moral und einfacher Rache sehr schmal und man sollte sich definitiv kein Vorbild an Darrow nehmen. Übrigens auch nicht an Eo (Ihr werdet sie kennenlernen.), die übrigens eine Person ist, die mir immer unsympathischer geworden ist, da sie mir mehr als intrigante und manipulative Frau erschien, als das was Darrow in ihr gesehen hat. Wenn ihr sie schon kennengelernt habt, dann lasst mir doch mal eine Meinung unten da.

Mich hat dieses Buch sehr beeindruckt, sowohl negativ, als auch positiv, aber ich denke man sollte es trotzdem unbedingt lesen. Der Mars als Schauplatz ist sehr interessant und auch die Figuren, wie verkorkst und düster sie auch manchmal sind, machen es lesenswert und halten kontinuierlich die Spannung. In der Mitte des Buches gibt es eine kleine Länge, von der einem aber eigentlich klar ist, dass es demnächst eine große Änderung geben muss, denn irgendwie muss Darrow sich ja entwickeln, und auch die anderen Charaktere folgen nicht einfach blind, sondern haben ihr eigenes Leben und Gedanken, die mehr als nur einen Verrat begehen oder eine Verbindung knüpfen.

Da sich die ganze Geschichte ganz anders angeht, als ich gedacht habe, war ich positiv überrascht. Ich hatte wirklich hohe Erwartungen, nachdem Sasha und auch the Booknerd Großartiges über dieses Buch gesagt haben. Ich kann nicht in allen Punkten zustimmen, aber in den meisten. (Allerdings sterben meiner Meinung nach nicht so viele Leute wie in Das Lied von Eis und Feuer.)

Ich muss euch natürlich warnen, dass dieses Buch genauso wenig mit Tribute von Panem gemeinsam hat, wie die Bestimmung. Es finden sich Parallelen in Zeit und Ordnung, aber bitte, in welchen Dystopie- oder Jugendromanen gibt es denn kein ungefähres Schema, dass sich in jedem Buch wiederholt?
Solche Vergleiche zu ziehen finde ich immer sehr unnötig, da sie wenig mit den wirklichen Geschehnissen oder der Mentalität zu tun haben. Wenn ich einen Vergleich ziehen müsste, würde ich sagen, dass Darrow ein Held wie Harry Potter oder Frodo Beutlin ist. Denn im Gegensatz zu Katniss Everdeen kämpft Darrow, weil er etwas ändern möchte, während Katniss doch in allererster Linie ihre Familie beschützen möchte (die Blutsverwandten, wie auch die Seelenverwandten).


Ich gebe diesem Buch 4,5 von 5 Sternen, aber auch nur, weil die Moral im Buch wirklich nur sehr fein von der Wut und den eher weniger heldenhaften Motiven zu unterscheiden ist.
Ich freue mich schon sehr auf den Folgeband Red Rising - Im Haus der Feinde und kann es gar nicht erwarten, bis dieser endlich erscheint.

Liebe Grüße, eure Charlotte.

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