Lodernde Macht - Falling Kingdoms 3

Hallöchen!

Sicher habt ihr alle schon mitbekommen, dass ich momentan Falling Kingdoms lese (oder gelesen habe) und natürlich gibt es eine Rezension dazu. Auch wenn euch die Serie nicht interessiert, so sollte ich zumindest meine Meinung dazu rausposaunen.   
Autor: Morgan Rhodes
Titel: Lodernde Macht - Falling Kingdoms
Seiten: 476 
Verlag: Goldmann
Format: Softcover

> Kann Spoiler enthalten!  

Nachdem das Buch spannend mit einer neuen und gefährlichen Figur startet, schließt es fast nahtlos da an wo Band zwei aufgehört hat. Allerhöchstens liegen da ein paar Stunden dazwischen. 

Ich hatte ab der Hälfte so meine Probleme weiterlesen zu wollen, denn es hing mir zum Hals raus. Vielleicht lag es daran, dass ich ohne Pause die ersten drei Bücher gelesen hab (Jetzt verstehe ich, warum manche Leute sich zwischen Teilen einer Reihe noch was anderes antun.), oder das die Charaktere mir auf die Nerven gingen oder weil ich der Geschichte einfach überdrüssig war. Vielleicht lag es aber auch daran, dass ich auf der Buchmesse war und gaaaanz viele tolle, neue Bücher entdeckt habe, die ich unbedingt lesen wollte. (Natürlich hatte ich nicht das Geld um mir 10 Bücher zu kaufen ...)   

Jedenfalls hat das Buch zwar keine Spannungstiefen gehabt, aber ich war irgendwie nicht mehr so begeistert wie nach dem ersten Band. Im Zweiten tauchten ja ein paar neue Figuren auf und alte schieden dahin (Magnus Mom!) und so war die Spannung in diesem Fall garantiert, denn Magnus wollte den Mörder seiner Mutter finden und bestrafen, Lys und ein paar weitere Rebellen sind verschollen und Jonas muss seine Weltvorstellung überdenken, denn im zweiten Band ist ihm tatsächlich gar nichts geglückt. 

Und da sind wir schon beim Hauptproblem: Den Charakteren. Nach 3 Wochen intensiver Beschäftigung mit Magnus, Cleo, Lucia und Jonas muss ich sagen, dass sie mir tierisch auf die Nerven gingen. Sie durchlaufen zwar alle Höhen und Tiefen und mussten sich scheinbar unlösbaren Aufgaben stellen, aber sie waren so langweilig! Naiv und gutgläubig, viel zu oft gelähmt von ihrer Angst. Ich wollte echt nicht mehr weiter lesen, das hat mich so angekotzt. Teils hatte ich das Gefühl, ich lese von zwei verschiedenen Cleos - Der Einen, die erzählt und ein kleines emotiongeleitetes Häschen ist, und der Anderen eiskalten Schlampe, die alle umbringen wollte. Wenn Cleo erzählte, war sie naiv und ängstlich und hatte immer Angst entlarvt zu werden und wenn Magnus oder Jonas von Cleo erzählten, wurde sie einfach mal komplett anders dargestellt. Mir ist klar, dass unterschiedliche Personen unterschiedliche Sichtweisen haben, aber doch nicht so krass. Kein Mensch kann sich klein und dumm fühlen und nebenbei wie eine Eiskönigin aussehen oder auftreten. Diese Zweifel sieht man immer! Und das ist hier eben nicht passiert. 
Bei Jonas und Magnus war es genauso, vielleicht nicht so krass, weil sie keine Mädchen sind, aber da gab es auch Defizite in der Darstellung, die ich als Leser einfach nicht akzeptieren konnte. 

Dann gibt es natürlich auch mehr Bösewichte und die Rolle von "GUT" und "BÖSE" wird hier einfach viel zu krass aufgeteilt. Entweder die Figuren sind nur GUT (Also Idealistisch, Naiv und zumeist schwach.) oder nur BÖSE (Hinterhältig, Brutal, Psychotisch). Das kann man natürlich auch positiv auffassen, weil man einen guten Eindruck von Gut und Böse bekommt, aber für mich war das halt nix ... Die Figuren waren gut dargestellt, ich habe jeden Bösewicht bis auf das Blut gehasst, weil sie einfach selbstgerecht waren und immer gewannen, aber die Helden konnte ich nicht leiden, weil sie so dumm waren. Cleo hat gesehen wie Limeros ihre Heimat zerstört und eingenommen hat und wird einfach nicht misstrauisch, sie läuft immer total unbekümmert herum und glaubt, den Wachen Befehle geben zu können. (Natürlich gab es auch Situationen, wo dem nicht so war, aber in der Mehrzahl überwog das naive Dummchen.) Jonas lies sich ebenfalls viel zu sehr von seinen Gefühlen leiten und war nicht in der Lage gute Schlachtpläne zu ersinnen und Magnus konnte ich bis zum Schluss von Band drei nicht einordnen, er lässt sehr das Arschloch heraushängen und gleichzeitig tut er ein paar Dinge, die vielleicht nicht besonders groß oder wichtig erscheinen, aber immer Tod oder Folter verhindert haben.  

Aber da ist ja noch eine Person von zunehmender Wichtigkeit: Lucia Eva Damora. Ist sie in Teil Eins noch ein unschuldiges blauäugiges Mädchen, dass eine gefährliche Macht in sich trägt, so wird sie in Band Drei immer brutaler und gefährlicher. Gleichzeitig schafft sie es immer noch zu Alexius süß und verliebt zu sein. Ich kann sie nicht leiden, weil nämlich jeder sie in den Himmel lobt. "Lucia ist so lieb", "Lucia ist rein und unschuldig" - Einen Scheiß ist sie! Lucia ist so ziemlich das größte Miststück das es gibt (Neben Amara, aber die hat hoffentlich nicht mehr so viel zu lachen) und keiner sieht das! Magnus ist immer noch total verknallt in sie und Cleo scheint in diesem Mädchen tatsächlich eine Freundin zu sehen - noch ein Beweisd dafür, wie dumm Cleo ist und wie sehr man Lucia unterschätzen kann. 

Ich weiß, ich rede nicht gut über das Buch, aber das sind ja auch nur die Figuren. Die Handlung ist spitze. Klar, manche sterben ein bisschen plötzlich und schnell, aber der rote Faden zieht sich konstant dahin und es bleibt spannend. Ich will nicht zu viel verraten, aber nach dem Band frage ich mich, was noch alles passieren soll, denn die Essenzen sind aufgetaucht, die Wächter fast vernichtet und die Lage von Gut und Böse so verworren und verschoben, dass ich nicht mehr weiß mit wem ich denn gerade mitfiebere (Zum Überleben.)

Viel mehr kann ich gar nicht mehr schreiben, denn der Rest war toll und ich will ja nicht das ganze Buch nacherzählen.

Alles in allem also ein solides Buch, das Spaß macht. Wenn man so hohe Ansprüche hat wie ich, dann muss man mit ein paar Dingen eben klar kommen. ;)

Liebe Grüße, Charlotte

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