Schattentraum - Hinter der Finsternis

Rezension  

Inhalt: 
Nach dem Tod ihrer Mutter wünscht sich Emma nichts sehnlicher, als der Finsternis zu entfliehen, die sie seitdem heimsucht. Womit sie dabei nicht rechnet, ist Gabriel, der plötzlich in ihr Leben tritt. Mit seinem arroganten Charme nimmt er ihre Gedanken völlig für sich ein. Doch die Dunkelheit lässt Emma nicht los. Alpträume, in denen ihr Schattenwesen erscheinen, machen ihr das Leben schwer. Und auch Gabriel ist nicht der, der er vorgibt zu sein - jeder seiner Berührungen könnte sie in den Abgrund ziehen. 
Bald weiß Emma nicht mehr: Was ist Traum und was ist Wirklichkeit? 

  Autor: Mona Kasten
Titel: Schattentraum - Hinter der Finsternis
Seiten: 410
Verlag: Self-Publishing bei Amazon
Format: Softcover, ePub
Bestelllink:http://www.amazon.de/Schattentraum-Hinter-Finsternis-Mona-Kasten/dp/1502841517/ref=sr_1_sc_1?ie=UTF8&qid=1455223123&sr=8-1-spell&keywords=Moba+Kasten   


Cover
Zu sagen, dieses Cover sei nicht wunderschön, wäre eine große fette Lüge. Ich persönlich bin kein großer Fan von Menschen auf Büchern, das gehört für mich irgendwie mehr in die Inspirationssphase. Aber die Darstellung des Mädchens und der Lichtpunkte ergibt eine gute Darstellung des Romans. Es ist sofort klar, dass dies zart und elfenhaft ist und die schlafende Pose spiegelt das Wort Traum in Schattentraum einfach sehr gut.

Idee
Die Idee ist nichts wirklich Neues, es gab schon einige Bücher über Feen oder Fae und auch die Begriffe "lichter Hof" und "dunkler Hof" sind nichts Neues. Aber einem Autor das vorzuwerfen ist einfach nur gemein, denn fast jedes Fantasy-Genre hat irgendwo seine Grenzen und für einen Debutroman ist das ein machbarer Kompromiss.
Jedoch hatte ich während des lesen immer das Gefühl, dass Mona sich mehr bei der Sache gedacht hat, als sie letztendlich umgesetzt hat. Ob das zum Plot gehört oder nicht, ich fand es Schade, dass die Welt der Fae sich auf drei Personen und ein paar Namen beschränkt hat. Keine neuen tollen Orte oder Welten, was nicht unbedingt sein muss, aber die Idee von Fae ist so ausschöpfbar, da könnte man meiner Meinung nach noch mehr rausholen.

Schreibstil 
Es ist ein Erstlingsroman, deswegen ist ein hartes Urteil nicht besonders nett, aber irgendwie muss der Autor ja auch wissen, was er verbessern kann oder soll. Für mich ging es im Geschehen irgendwie zu schnell.
Kasten schreibt sehr gut und ruhig, doch an manchen Stellen wirkte es ein bisschen unbeholfen und arg "aus-dem-Lehrbuch"-mäßig. Ihre Beschreibung des Gesagten waren oftmals unsauber und ich dachte oftmals "das sagt/schreibt man anders", das waren teilweise Grammatikfehler oder auch nur eine unzureichende Beschreibung der Situation. Daran kann man mit guten Testleserinnen allerdings  arbeiten, ich hoffe, dass ihr das in den Folgebänden gelungen ist.
Dann lernt man zwar Emma kennen, aber eben nur "mal so". Man erfährt viel über ihre Vergangenheit und wie sie sich mit Menschen gibt, aber was ist mit Hobbys? Was macht sie in ihrer Freizeit? Was beschäftigt sie neben der Mission?
Emma war da, aber irgendwie fehlte ihr noch die Essenz. Genauso bei Gabriel. Er ist zwar der mysteriöse, neue Held im Buch, aber teilweise hatte man als Leser ein sehr klares Bild von ihm, dass man von dem Mysteriösen Held gar nicht gewohnt ist. Seine Aussagen und Handlungen waren mir oftmals zu klar für den undurchdringlichen Mann, als der er immer betitelt wurde.
Die Charaktere sind ausgefeilt, aber an den falschen Stellen zu sehr und an anderen zu wenig. Aber die richtige Mischung zu finden ist nicht immer leicht.
Der Stil an sich ist aber sehr episch und geht sich in den meisten Fällen sehr gut und flüssig an. Die kleinen Lebensweisheiten-Abschnitte waren immer sehr schön und zeigen eine gewisse Reife von Emma.

Komplexität 
Nun ja, es war auf gewisse Weise schon komplex. Wie sie das Ende zusammengeführt hat hat mir gut gefallen, da haben die Handlungen der Charaktere gut zusammen gepasst, auch wenn manche Fragen offen bleiben, die man in einem kleinen Nebensatz leicht hätte erklären können und die in der Handlung nichts verändert hätten.
Die Mischung aus Sterblichen-Welt und Fae-Welt war sehr klein und der Sterblichen-Teil hat definitiv überwogen. Mich hat das Wort, dass den Ort in der Fae-Welt benennt in den Emma gelangt  ein bisschen irritiert, das war ebenfalls einer dieser holprigen Anfängerdinger. Da fehlt manchmal vielleicht die Kreativität oder der Wortschatz um da etwas Passendes zu kreieren.

Realistik
Einmal abgesehen, dass es Fantasy ist habe ich an der realistischen Darstellung der Charaktere schon ein bisschen zu meckern.
Emma hat irgendwie immer einen frechen Spruch auf den Lippen gehabt, der in manchen Situationen einfach nicht gepasst hat und auch eine völlig unlogische Reaktion war, meiner Meinung nach.
Das mir Gabriel zu offen war, habe ich bereits oben genannt, aber auch aufgrund der Tatsache, dass er etwas "Übernatürliches" ist und wie er dann gehandelt hat, auch Emma gegenüber erschien mir einfach nicht realistisch. Denn auch, wenn er diese Gabe hat, ist es nicht ratsam, aufgrund eines ersten Eindruckes alles zu unterlassen, dass man sonst zum persönlichen Schutz getan hat. Vielleicht ist Gabriel genauso impulsiv wie Emma, aber dann ist er kein mysteriöser undurchdringlicher Mann.

persönliches Gefallen
Ich finde aus dem Buch hätte man mehr machen können. Das ist einfach wie ich mir Fantasy-Welten vorstelle und was ich darüber schon gelesen habe. Ich merke zwar, das "Weniger-ist-Mehr" eine Philosophie ist, die mittlerweile in vielen kleineren Romanen vertreten wird, aber mit einem wirklichen Bestseller ist das nun nicht zu vergleichen.
Das Buch ging sich an wie eine Piraten-Spelunke: Einst eine prächtige Idee, die nun vergessen und zerbraucht ist, und nur noch durch Charme und Menschen besticht.
Und ich glaube einfach, dass das nicht die Vorstellung ist, die Mona Kasten hatte.
Emma ist mir relativ unsympathisch, da sie impulsiv ist und viel zu lustig, dafür dass erst 6 Monate zuvor etwas ihr Leben grundsätzlich geändert hat und erst zum Ende tritt die Emotion und Einstellung auf, die man nach SO ETWAS erwartet. Mag sein, dass Emma stark ist, aber so "stark" ist keiner in der Situation.
Dass sie auf die Tricks des Bösen herein fällt, ist klar, jeder Held muss das, aber dass sie die Warnungen von Gabriel nicht ernst nimmt und völlig zutraulich mit der ganzen Sache umgeht, hat mich einfach geärgert.
Es ist doch klar, wenn etwas passiert, dass surreal oder unnatürlich wirkt, dass man dann misstrauisch ist, oder?
Allgemein schien Emma im Roman nicht die schnellste Denkerin zu sein. Ich gebe zu, die Hinweise die der Bösewicht gegeben hat wären mir nie aufgefallen, aber dafür andere. Und Emma hat einfach nichts gecheckt, sondern am Ende 3 Seiten gebraucht, ehe sie die Verbindung gezogen hatte.
Gabriel war okay, durch Monas YouTube-Kanal lernt man ihren Mann kenne, und der hatte einfach sehr viel Ähnlichkeit mit Gabriel, nicht nur vom Aussehen, sondern auch mental. Das ist natürlich, da man sich immer zuerst an den Menschen orientiert, die man kennt und liebt, aber vielleicht hätte man das noch ein bisschen vertuschen können.
Die anderen Figuren waren teilweise so bunt und schrill, wie man es aus Erstlingswerken gewohnt, ist das sind obligatorische geheimnisvolle alte Damen, liebende Eltern und die verrückten Freunde, aber ein paar Ecken und Kanten sollten schon noch eingebaut werden.
Nun war das Buch aber auch sehr kurz, dass für eine ausführliche Vorstellung jeder Figur einfach nicht die Zeit blieb, vielleicht liest man das ja im nächsten Roman.

F A Z I T 
Von mir bekommt Schattentraum - Hinter der Finsternis 3,5 von 5 Sternen, weil es Potential hat, das man aber noch ausbuddeln muss.

Ich hoffe, ihr fandet die Rezension hilfreich und schreibt mir doch mal was ihr von der neuen Art zu Rezensieren haltet.

Liebe Grüße, Charlotte          

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